WAS soll ich sagen. ich liiiiiiiiiiiebe bali. ich vergöttere bali. bali ist wie eine droge. ich kann nicht genug davon kriegen.
gestern bin ich mit dem rad durch die gegend gefahren, zwischen reisfeldern, entlang des flusses, durch dörfer… während dieser fahrt hatte ich multiple seelenorgasmen. falls jemand nicht weiß was das ist, kann ich leider nicht weiterhelfen. das ist ein zustand, den man fühlen muss.
in bali ist jetzt “cold season”, das bedeutet ca. 25 grad tagestemperatur, abends kühlt es unter 20 grad ab. die armen balinesen frieren richtig. für mich ist das klima angenehm erfrischend, wobei ich zugeben muss, dass mein inzwischen hitzegewöhnter körper die abendtemperaturen auch ganz schön kühl empfindet. es fühlt sich spätsommerlich-herbstlich an. die sonne ist heiß, der wind kühl, das licht ist kristallkar und bringt die in allen farben blühende natur umso mehr zum leuchten. der anblick ist berauschend, betörend, verzaubernd, atemberaubend. hab ich schon erwähnt, dass bali der schönste fleck erde ist, den ich jemals gesehen habe?
auch wenn ich selbst jeden menschen hierher schicken würde, es ist schade, dass das paradies so viele touristen anlockt. die befürchtete, und reiseführertechnisch angekündigte high season, juli und august, ist tatsache. es sind viel zu viele menschen hier. bäh. zum glück kenne ich bereits die ruhigen orte in ubud und bewege mich so gut es geht abseits der touristenpfade.
das gilt auch für meine unterkunft, allerdings war das nicht so vorgesehen. natürlich habe ich meiner bali-family meine wiederkehr vorab angekündigt um “mein” zimmer zu reservieren. die gute frau spricht zwar englisch, aber es kam trotzdem zu einem missverständnis. als ich gegen 11 uhr am abend ankam, war alles finster und still, das ganze haus im traumland. ich bin mucksmäuschenstill herumgetapst und hab in die 3 zimmer geschaut, in der hoffnung ein leeres bett zu finden, aber nix da.
da ich die familie nicht aufwecken wollte, bin ich enttäuscht weitergezogen und hab die gegend nach einem freien zimmer abgesucht. nicht so einfach in der hochsaison und um diese uhrzeit.
am nächsten tag hat sich herausgestellt, dass wayan statt 4th of july 1st of july verstanden hat und ihr mann am ersten juli bis 2 uhr morgens auf mich gewartet hat. weiters hat sie mir am telefon angeblich auch gesagt, dass ich nur bis 4. juli bleiben kann, weil das ganze haus in folge für 3 wochen reserviert ist. das wiederum habe ich nicht verstanden.
wayan wollte mich keinesfalls aus der famlie geben und geplant, mich bei ihrer familie, nämlich dem haus oder besser gesagt der typisch balinesischen “wohnanalage” ihrer 2 schwestern+bruder+onkel und deren familien unterzubringen. zufälligerweise haben die gerade ein gästezimmer fertiggestellt, nur das bett war noch nicht da.
ich war mir nicht so sicher, ob mir das alles nicht ein bisschen zu viel family business ist, denn dort wohnen 11 menschen inklusive 4 kinder! aber es war natürlich schwer nein zu sagen, die ganze family hat mich umschwärmt, denn der erste gast bedeutet den balinesen sehr viel.
also hab ich es gewagt und meine unsicherheit mit dem gedanken beruhigt, die möglichkeit zu haben, echtes balinesisches famlienleben zu erleben und abgesehen davon, ist “das zimmer” ein palast (siehe erstes bild unten). es ist nämlich eher ein eigenes haus, mit einer 12 quadratmeter terasse und einem 25 quadratmeter raum, in dem ich yogakurse veranstalten könnte. das aber nur, weil es in dem raum noch keine möbel gibt ausser einem bett. aber es wird. morgen kommt die sitzecke und die maße für den kleiderkasten sind genommen.
ich werde in die gestaltung eingebunden und für “europäische” tipps wie die notwendigkeit eines handtuchhalters und eine ablage über dem waschbecken, werde ich umarrmt. dankbarkeit bekomme ich auch in kulinarischer form, ständig wird mir was zum essen angeboten. hilfe!
jetzt muss es mir nur noch gelingen, meinen tagesrythmus an den balinesischen anzupassen, damit ich genug schönheitsschlaf bekomme. der tag beginnt und endet hier nämlich sehr früh. irgendwie muss ich den kindern beibringen, dass sie mit dem spielen und herumschreien warten müssen, bis ich von alleine aufgewacht bin. und, dem nachbarhund werde ich einen sehr eng geschnallten maulkorb verpassen, damit er klappe hält. ich bin allergisch auf hundegebell. aber sonst ist alles gut :-)
meine residenz hat vor allem zwei beträchtliche vorteile: ich bin touristengeschützt und es fühlt sich mehr nach “heim” und wohnen, statt nach “hotelgast” an, was meinen bedürfnissen inzwischen viel eher entspricht.
mal sehen, wie sich die balinesische familengeschichte weiterentwickelt und wann mir abgesehen von diesem halligalli nach einem ortswechsel ist. ich bin ja erst oder schon? 5 tage hier. hilfe, wo ist nur die zeit geblieben? nur noch 3 wochen (aus)zeit. tick tack tick tack….